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Es ist viel debattiert, viel versprochen worden im Vorfeld der am Sonntag durchgeführten Kommunalwahl.
Bei manchen Parteien habe ich den Eindruck, die lassen erst einmal alles, wie Schwimmbäder, Schulen und andere städtische Gebäude verkommen, um dann auf Wahlplakaten mit sofortiger Sanierung zu
werben. Das ist unseriös.
Überhaupt Wahlplakate; kann diese in großen Teilen unsinnige und wenig aussagende Plakatierung nicht untersagt werden, es kostet viel Steuergeld, diese Plakate zu drucken, und offensichtlich ist
deren Entsorgung auch nicht so einfach, denn in der Müllverwertungsanlage gibt es einen extra Behälter für Wahlplakate.
Zum eigentlichen Grund meines Leserbriefes:
Ich wähle Katja Dörner, weil ich denke, dass in ihrer Amtszeit mehr für ein lebenswertes Bonn und den Klimaschutz getan wurde, als in den 16 Jahren davor.
Weil Frau Dörner gleich zu Beginn ihrer Amtszeit mit der Corona Pandemie zu kämpfen hatte, und diese vorbildlich gemeistert hat.
Auch die Sanierungen werden hemdsärmelig angegangen.
Wollen wir die für teuer Geld begonnene Verkehrswende wirklich aufs Spiel setzen, und in 10 Jahren unter einem Hitzekollaps leiden?
Denn: Ihr Herausforderer möchte die Adenauerallee wieder vierspurig, die Umweltspuren auf dem Wandersleb-Ring wieder rückgängig machen.
Auch die Streichung von Parkplätzen in der Stadt soll sofort beendet werden.
Und er denkt sogar darüber nach, den Ennert Aufstieg wieder aus der Versenkung zu holen.
Also, sozusagen zurück in die verkehrspolitische Steinzeit
Zu dem hier verlinkten Artikel im General Anzeiger Bonn haben wir einen Kommentar erhalten, den wir hier
gerne abdrucken.
„Wählerwille ist eindeutig“ - da macht es sich Herr Baumann doch etwas leicht, finde ich. Sicherlich ist die CDU in ihrer einstigen Hochburg Wahlsieger geworden. Die politische Stadtgesellschaft
ist aber in der Tat gespalten.
Überhaupt scheint Politik nur noch in „ja/nein-Befragungen“ stattzufinden. Hinweise auf oder Berichte über eine der zahlreichen Wahlveranstaltungen der verschiedenen Parteien (oft mit
Politprominenz), wo sich Interessierte hätten detaillierter informieren können, waren leider Fehlanzeige im GA, dafür „Umfrageergebnisse“.
Gerade das im Kommentar genannte Thema Verkehrspolitik wird und wurde vom GA immer wieder thematisiert und ideologisiert. Aber wie wählten die direkt Betroffenen? In der Äußeren Nordstadt,
Wahlbezirk 13, wurde im letzten Jahr das (umstrittene) Parkraumkonzept umgesetzt. Bei der Ratswahl legten Grüne und Linke deutlich zu in diesem Bezirk. Im Wahlbezirk 01, Bonn Zentrum, ein
ähnliches Bild, auch in den Wahlräumen Bundesrechnungshof und Hofgarten, die ja an der häufig thematisierten Adenauerallee mit der umstrittenen Veränderung der Verkehrsführung liegen: Grüne und
Linke legen deutlich zu.
Fazit: der Wählerwille ist nicht so eindeutig, sondern hängt lokal von verschiedenen Faktoren ab. Die direkt Betroffenen denken vielleicht anders über das Thema als diejenigen, die sich schon
vorab beschränkt fühlen, als Autofahrende, ÖPNV-Nutzende, etc., also eher Stimmung als Erfahrung.
Zuzustimmen ist dem Kommentar am Ende: es ist die Zeit gekommen, Kompromisse zu finden und verbal abzurüsten.
